Gründächer leisten einen bedeutenden Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Städten – insbesondere für Arthropoden. Eine Studie auf acht Hamburger Gründächern fand insgesamt 354 Arthropodenarten, darunter Schmetterlinge, Käfer und Spinnen – pro Dach im Schnitt 76 Arten. Entscheidende Einflussfaktoren waren die Dachgröße sowie die Menge an Grünflächen in der direkten Umgebung. Besonders artenreich waren Dächer, die in naturnah geprägtem Umfeld lagen, also dort, wo bereits vielfältige Strukturen und Lebensräume um das Dach herum vorhanden waren. Die pflanzliche Vielfalt auf den Dächern selbst stand zwar nicht in direktem Zusammenhang mit der Anzahl der nachgewiesenen Arten, beeinflusste jedoch deren Zusammensetzung – einige Artengruppen profitieren stärker von bestimmten Vegetationstypen.
Strukturelemente wie Totholz oder Sandlinsen erwiesen sich als wertvolle Mikrohabitate – insbesondere für spezialisierte Arten mit engen Lebensraumansprüchen. Damit können Gründächer als „grüne Inseln“ fungieren, die zur ökologischen Vernetzung innerhalb der Stadt beitragen. Für die Praxis bedeutet das: Gründächer sollten möglichst groß, strukturell vielfältig und in bestehende Grünräume eingebettet sein – und bevorzugt mit standortheimischen Pflanzenarten gestaltet werden.
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